Kuba

18. - 29. April 2016

Reisebericht

KUBA - faszinierend und erschreckend

Eine Reisetruppe der VR-Bank Landau war für 12 Tage in Kuba. Faszinierende und erschreckende Einblicke wurden bei einer Rundreise durch das halbe Land durch die Teilnehmer aufgenommen. Nach der Landung im Ferienresort Varadero und der damit verbundenen Temperaturumstellung von deutschen 10 Grad auf kubanische 30 Grad, ging die erste Fahrt nach Havanna, Hauptstadt mit ca. 3 Mio. Einwohner. Die Weltkulturerbestadt polarisiert, sie zeigt wahnsinnige Kolonialbauten, leider mit viel, viel Sanierungsbedarf und nur ganz wenigen, restaurierten Objekten. Oldtimer -Straßenkreuzer alter amerikanischer Art- beherrschen das Straßenbild, die meistens schon 30, 40 und mehr Jahre auf dem Buckel haben. Aber sie faszinieren und eine Fahrt mit Cabrios dieser Art durch viele Stadtteile Havannas war obligatorisch.

Alle wichtigen Anlaufpunkte in Havanna wurden angefahren und durch die Reiseleiterin Tamara gut erklärt. Auf die vielen Probleme angesprochen erklärte die die Lösung auf kubanische Art: „Probleme werden gesehen und wenn sie nicht gelöst werden können, werden sie weggelächelt.“ Und es gibt viele Probleme in Kuba. Die Wohnzustände, die Versorgung, die Verkehrssituation, die Lohnverhältnisse, die politischen Verhältnisse und und und.

Die Menschen sind trotzdem lebensfroh und es entstehen erste Pflänzchen von Privatisierung u.a. in der Gastronomie. Man merkt auffallend die Unterschiede in Betreuung und Verhalten der Mitarbeiter. Nach intensivem Havanna-Rundlauf mit u.a. einer Betriebsbesichtigung einer Tabakfabrik, die Eindrücke bei den Mitreisenden hinterließ. Ca. 600 Männer und Frauen, eng an eng in verschiedenen Räumen mit Vorleserpult, müssen täglich pro Person 140 St. Zigarren handwerklich herstellen.

Der nächste Tag diente zur Besichtigung der Region des Tabakanbaus in der Provinz Pinar del Rio.

Die erste Begegnung mit einer 4 - 6spurigen Autobahn, die aber landwirtschaftliche Zu- und Abfahrten in Unmengen hat, auf der sich Fußgänger, Radfahrer, Tiergespanne usw. aufhielten, auch gegen die Fahrbahnrichtung unterwegs waren. Das Verkehrsaufkommen ist noch relativ gering, die Fahrbahnen sehr oft in schlechten Zuständen, so dass die Fahrer ständig hin- und herwechseln um den Schlaglöchern ausweichen zu können. Im Tal von Vinales war der Besuch eines Tabakbauern, der 80 % der Ernte an den Staat abliefern muß, obligatorisch. Das Evolutionsgemälde “ Mural de la Prehistoria“ das Castros Lebensgefährtin in den 60er Jahren an einer Felswand anlegen ließ und ca. 120 m hoch ist, war sehenswert. Ein toller Ausblick auf die „Elefantenrücken“ vom Vinalestal von einem erhöhten Punkt beschloss den Tag.

Auf Hemingways Spuren war angesagt und neben seiner tollen Villa, die er Ende der 1950er Jahre bewohnte, wurden wir in einige Lokale geführt, in denen „Ernest“ Teile seines Lebens verbracht hat. Auch „Fusterlandia“ im Stadtteil Jaimanitas ist sehenswert. Der Künstler José Fuster erinnert an den Spanier „Antonio Gaudi“. Mit Fliesenscherben überzogene Mauern und Böden erzeugen Fröhlichkeit und immer mehr Nachbarn lassen ihr Objekt verschönern. Abends war Tanz angesagt. Der Besuch des weltberühmten Tropicana-Show-Theaters unter freiem Himmel schloss den Abend ab.

Nun ging es hinaus Richtung Süden des Landes. Der Besuch einer Krokodilfarm stand auf dem Programm, denn angeblich wurden alle urtümlich lebenden Echsen ausgerottet, hier kann man noch einige Tiere in sumpfigem Gelände betrachten. Bei der Weiterfahrt wurde auch an der berühmten „Schweinebucht“ ein Stopp eingelegt. 1400 Exilkubaner wollten 1961 mit Hilfe von der amerikanischen CIA Castro stürzen. Es ging schief.

Endpunkt war dann eine der schönsten Städte von Kuba, Cienfuegos. Ein großes Meeresbecken gilt als der größte Zuckerrohrhafen der Welt. Es ist eine saubere, schön angelegte Stadt mit sehr gut erhaltenen Gebäuden. Eines davon ist das 1887 erbaute „Teatro Tomas Terry“, das sehr gut erhalten ist und noch heute für viele Aufführungen benützt wird.

Trinidad -Weltkulturerbe- mit einzigartiger Kolonialarchitektur war der nächste Anlaufpunkt. Ein Stadtrundgang versmittelte tolle Eindrücke mit farbenfrohen, gut erhaltenen Häusern. 1514 gegründet, hatte die Stadt im 19. Jahrhundert während des Zuckerbooms ihren Höhepunkt.

Am nächsten Tag wurde eine der schlechtesten Straßen Kubas befahren, in Richtung Nationalpark „Parque Natural Topes de Colantes“. Geführt von Eduardo, einem sehr gut deutsch sprechenden Kubaner, der sich fünf Jahre in der ehemaligen DDR beim „Trabischrauben“ verdingt hatte, wurde eine schöne Wanderung entlang eines Flusses unternommen. Sehr gute Ausführungen zu Flora und Fauna erhielten die Wanderer aus kundigem Mund.

Der nächste Tag begann mit dem Besuch des Tales der Zuckerrohrmühlen. Bei weitem nicht mehr die Wertigkeit wie vor einigen Jahrzehnten, die Zuckerherstellung des Weltmarktes hat sich gravierend verändert, wurden bereits viele Objekte aufgegeben. Ein Herrenhaus eines Zuckerbarons und ein Sklaventurm waren Besichtigungen wert. Anschließend Abfahrt ins historische Santa Clara. Der Ort, an dem der legendäre „Che Guevara“ seinen wichtigsten Sieg in der Revolution errang. Die Waggons sind nachgestellt, die Che 1958 entgleisen ließ und damit Diktator Batista besiegte. Ein riesiges Denkmal und die aus Bolivien überführten, sterblichen Reste wurde hier Che gesetzt.

Die Reise wurde nun Richtung Varadero fortgesetzt und drei entspannende Tage in einem tollen Hotelresort genossen werden. Beste Verpflegung, tolles Karibikfeeling am Strand und der Treff mit einigen Landauern, die auch in Kuba unterwegs waren, schlossen diese sehr ansprechende, von der RV-Touristik in München organisierte, Reise ab.