Istanbul

Brücke zwischen Europa und Asien

8. - 11. November 2013

Eine Kunden- und Mitgliedergruppe der VR-Bank Landau machte sich auf den Weg, ein verlängertes Wochenende in der Kulturhauptstadt Europas 2010 zu verbringen. Das Gesamturteil aller Teilnehmer ergab zum Schluss, dass Istanbul unbedingt eine Reise wert ist.

Freitag früh machte sich die Gruppe gemeinsam auf den Weg zum Flughafen ins Erdinger Moos. Nach den üblichen Aufgaben vor einem Flug ging es dann bei herrlichem Wetter Richtung Osten. Nach zwei Stunden konnte bei dem Landeanflug mit einer Schleife über das Marmara-Meere schon das riesige Ausmaß der Stadt, die ja auf zwei Kontinenten beheimatet ist, betrachtet werden. Inoffiziell schätzt man die Einwohnerzahl schon auf ca. 16 – 17 Mio. so laut Reiseleiter. Der Zuzug vom Lande in die Stadt, in der Hoffnung auf bessere Bedingungen oder Arbeit, ist ungebrochen.

Hakke, unser türkischer Reiseleiter vor Ort, machte nach Abholung vom Flughafen mit uns die erste kurze Rundfahrt durch die Stadt. Es machte alles einen sehr gepflegten Eindruck mit Blumenrabatten und sauber gehaltenen Anlagen. Doch dann kam der Verkehr, ein ständiges, tägliches Erlebnis der negativen Art. Trotz Schilder und Verkehrsregeln fahren viele Türken anders, selbständiger. Sie reizen, pressen sich vor, halten sich aber auch zurück und sind nachsichtig. Unfälle haben wir keine gesehen und die Autos sehen überwiegend schadenfrei aus. Man darf vor Engpässen und -stellen keine Angst haben – Augen zu und durch.

Das Hotel, kurz vor der Altstadt gelegen, war sehr gut ausgestattet. Mit einem Restaurant im 8. Stock und einer Bar im 9. Stock gab es am Abend tolle Ausblicke auf Stadt und Marmara-Meer. Das Hotel befindet sich in einem tollen Einkaufsviertel mit Boutiquen, Boutiquen, Boutiquen. Leider wurden die weiblichen Mitreisenden enttäuscht, es war nämlich das Viertel der Großhändler. Manche Frage nach einem Einkauf wurde entgegnet „Ja, aber dann bitte mindestens St. 10“. Hier werden Großumsätze von Wiederverkäufern aus Europa und Asien getätigt und dann sofort per „Großsackkarre“ und menschlicher Arbeitskraft zu den einzelnen Hotels zugestellt.

Nachdem die Sonne, wie auch an den anderen Tagen, bereits am frühen Morgen den Frühstücksraum durchflutete, wurden erste Gespräche laut, wie man geschlafen hat und ob zu Tagesbeginn auch die „lauten“ Stimmen aus den Minaretten gehört wurden. Fünfmal am Tag verkünden die Imame die Gebete, die jeweils live über Lautsprecher an den Minaretten übertragen werden. 3.200 Moscheen soll es in der Stadt geben und dazu meistens vier Minarette.

Zuerst ging es eine gute Strecke zu Fuß in die Altstadt und auf Grund der Stadtbevölkerung und auch der Touristen pulsiert das Leben. Es ist ein Gang wie durch ein Archäologiemuseum, an jedem Eck ist ein bedeutendes historisches Bauwerk oder Teile davon. Die Sultan Ahmet Moschee war erstes Ziel, sie ist auch als „Blaue Moschee“ bekannt. Am Vorplatz das Hippodrom, früher Schauplatz prächtiger Zirkusspiele und manch blutiger Aufstände. Als nächstes ging es zur Hagia Sophia, der Kirche der göttlichen Weisheit aus dem 6. Jahrhundert und eines der wichtigsten Baudenkmäler der byzantischen Epoche. 55 m Höhe und ein Kuppeldurchmesser von 32/33 m ist mit den heutigen Baumöglichkeiten vorstellbar, aber wie vor ca. 1.500 Jahren? Heute ist die Moschee ein Museum und hier werden keine Gebete mehr vollzogen. Der Weg führte uns dann zur Yerebatan Zisterne. Ein weiteres unbeschreibliches Baudenkmal. Erbaut in den Jahren 532 bis 542 von Kaiser Justinian, um die Stadt unabhängig von Belagerungen zu machen. 80.000 Kubikmeter Wasser Fassungsvermögen, die Halle gehalten von 336 Säulen zu je 8 Meter.

Zum Abschluss des Tages wurde noch der Große Bazar besucht. 220.000 qm Fläche mit über 3.000 Einzelhändler, Cafés usw. machen einen manchmal orientierungslos. Zuerst wurden wir gemeinsam durch die „Hauptstraße“ geführt um dann losgelassen sich selbst in das Gewirre von Gängen und Seitenarmen durchzufinden. Klar gehört hier feilschen zum Geschäft und Reiseleiter Hakke hat betont, nur wenn gefeilscht wird macht es auch dem Verkäufer Spaß. Dies wurde ausgiebig durchprobiert und jeder hatte zum Schluss eine Tasche mit Einkäufen dabei.

Abends wurde von einem Teil der Gruppe einer der bekanntesten Varietéclubs Istanbuls „Kervansaray“ besucht. Folkloreauftritte, Gesangsgruppen und natürlich tolle Bauchtanzaufführungen begeisterten die Besucher.

Der dritte Tag begann mit einer Straßenbahnfahrt. Vollbesetzte Waggons erforderten wieder Wachsamkeit, dass alle an der richtigen Station ausstiegen, denn man musste sich halt irgendwo rein quetschen. Es wurde dann der riesige Topkapi-Palast, ehemaliges Zentrum des osmanischen Reiches und Wohnsitz der Sultane, besucht. Eine topbewachte Schatzkammer zeugt vom ehemaligen Glanz dieser Zeitepoche. Auch die Haremsräume wurden beschritten und unser Reiseleiter hatte einige Kurzgeschichten aus „1001-Nacht“ dazu parat. An einer der besten Aussichtsplätze des Palastes ist ein Café errichtet worden und bei einer entspannenden Kaffee- oder Teepause konnten wir herrliche Blicke auf den Bosporus mit seinem aktiven Schiffsverkehr und zum nächsten Kontinent, nach Asien, einfangen. Nach einer kurzen Mittagspause, hier schicken sich 5, 10, 20 Ober der verschiedenen Lokale an, den besten, schönsten, sonnigsten, wärmsten usw. Platz anzubieten, ging es mit dem Bus zum Hafen. Eine Rundfahrt auf dem Bosporus, der trennenden Wasserstraße von Europa und Asien. Verkehrsmäßig ist es ähnlich wie auf den Straßen in Istanbul. Die großen Handelsschiffe verkehren zwischen Mittel- und Schwarzem Meer, aber dazwischen - kreuz und quer - wurlt es von Ausflugsschiffen, Motorbooten und Ruderern. Wunderschön sind die Blicke auf die hügeligen Ufer mit Palästen und Villen und auch manchen Friedhöfen. Es werden die beiden riesigen Brücken, die die Kontinente verbinden, unterfahren. Sie haben eine Höhe von ca. 64 m, somit können aktuell alle Flugzeugträger und Kreuzfahrschiffe passieren. Die ältere der beiden Brücken, eine weitere befindet sich im Bau, die Bosporus-Brücke, hat ein tägliches Fahraufkommen von ca. 180.000 Fahrzeuge.

Nachdem wieder Land unter den Füßen war, wurde zum Tagesschluss noch der Ägyptische Bazar, ein Gewürzmarkt, besucht. Die Farbenpracht und auch die Düfte der Gewürze sind beeindruckend, auch die zucker –zuckersüßen türkischen Nachspeisen. Leider mischen sich vereinzelt schon unnötige Schmuck- und Nippesläden, in den Bazar, die hoffentlich wieder entfernt werden.

Am vierten Morgen wurden bereits früh die Koffer gepackt, da nach einigen noch vorgesehenen Besichtigungspunkten im Laufe des Nachmittags die Fahrt zum Flughafen anstand. Wir waren bereits vor Öffnung der “ Süleyman Moschee“ am Gebäude und auch die ersten, die es an diesem Tag betreten durften. Man kann damit noch stärker ein imposantes Bauwerk dieser Größe betrachten. Offene Worte über Religion und Koran von unserem Reiseleiter und Fragen dazu regten Meinungen und Gedanken an. Zum Abschluss ging es dann nach einer Fahrt am Goldenen Horn entlang noch zur Chora-Kirche, einer ehemaligen byzantinischen Kirche. Die Mosaiken und Fresken zählen zu den bedeutendsten und aufwändigsten weltweit.

Die Fahrt nochmal durch einen Teil von Istanbul und dann hieß es Abschied nehmen von dieser pulsierenden, lebhaften, interessanten Weltstadt. Wohlbehütet und mit viel neuem Wissen wurden die Kunden und Mitglieder der VR-Bank wieder in ihre bayerischen Heimatorte entlassen.